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„M-mein Lord, I-Ihr habt einen Besucher“, verkündete einer der Diener am folgenden Morgen, als er vor Lord Briefs zum Stehen kam, der über einige Dokumente grübelte, die vor ihm lagen.
Lord Briefs hob seinen Kopf und äugte ihn mit einem fragenden Blick auf seinem Gesicht. „Wer ist es?“
„I-ich weiß nicht, Sir“, gab der Diener reumütig zu und senkte seinen Blick. „E-er w-wollte seine Identität nicht verraten. A-aber er behauptet, I-ihr kennt ihn.“
Lord Briefs Augen wurden bedächtig, als er dem Stottern des Dieners zuhörte. Wer könnte es schaffen, einen Mann, der sonst um ihn herum so voller Selbstvertrauen war, so nervös zu machen, oder schlimmer, so viel Angst zu machen, dass er so anfing zu stottern?
„Hört auf zu stammeln“, sagte plötzlich eine tiefe Stimme hinter dem Diener. Lord Briefs Augen weiteten sich merklich, als er die Stimme erkannte. Ein vermummter Mann trat an dem Diener vorbei, der zurückschreckte, und hielt direkt vor dem Schreibtisch des Lords an. „Der Lord hat mich schon erwartet, für einige Zeit, nehme ich an.“
„Es ist in Ordnung“, sagte Lord Briefs, der endlich ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht erlaubte. Sich seinem Diener zuwendend, sagte er, „Ihr dürft gehen. Bitte erzählt niemandem von unserem Besucher.“
„Ja-jawohl, mein Lord.“ Der Diener verbeugte sich und verließ das Büro, wobei er die Tür hinter sich schloss um den zwei Männern etwas Privatsphäre zu geben.
Ein paar Sekunden vergingen, während denen keiner der beiden Männer etwas sagte. Jeder betrachtete den anderen mit einem wachsamen Blick, obwohl Lord Briefs mehr erfreut aussah und nur das winzigste Anzeichen von Selbstgefälligkeit zeigte. Also war es das Richtige gewesen dem Versprechen, das der Mann vor ihm ihm vor fast anderthalb Jahren gegeben hatte, zu vertrauen. „Ich freue mich zu sehen, dass Ihr zurückgekehrt seid.“
Endlich fiel die Kapuze und offenbarte das Gesicht und das ungezähmte Haar des Prinzen aller Saiyajins. Sein Gesicht war eine gleichgültige Maske, als er bloß seine Arme vor der Brust verschränkte und sagte: „Ich bin nie jemand gewesen, der Versprechen bricht. Und ich werde jetzt nicht damit anfangen.“
Das Lächeln auf dem Gesicht des Lords weitete sich, als er das hörte und wies Vegeta an, sich in einen der zwei Sessel zu setzen, die um einen kleinen Tisch in der Ecke seines Büros standen, während er zwei Gläser und eine Flasche Cognac aus einem Schrank hinter seinem Schreibtisch holte. Er stellte beide Gläser auf den Tisch und füllte sie mit der goldenbraunen Flüssigkeit, bevor er sich in den anderen Sessel setzte. Nachdem er einen Schluck getrunken hatte, wandte sich Lord Briefs schließlich dem ehemaligen Piraten zu. „Ich verstehe. Trotz dem, was die Leute denken mögen, glaube ich jetzt Gokus Worten. Es scheint mir, dass Ihr wirklich ein guter Mann sein könnt. Wie auch immer, Ihr wisst, dass das Versprechen, dass Ihr mir gegeben habt, bevor Ihr gereist seid, nicht nur Eure Rückkehr, wenn ihr Euer Ziel erreicht hattet, beinhaltet. Ich gehe davon aus, Ihr habt das gefunden, wonach Ihr gesucht habt...“
„Ja“, antwortete Vegeta kurz. „Sonst wäre ich nicht hier.“
„Das sind gute Neuigkeiten, nehme ich an. Aber dennoch, ich hoffe Ihr erinnert Euch an Euer Versprechen, Prinz Vegeta.“
Man konnte Überraschung über das Gesicht des Saiyajins huschen sehen, als der Lord ihn als Prinz ansprach. All die Jahre war der Gebrauch dieses Wortes spottend gewesen, doch der alte Mann vor ihm sagte es mit Respekt. Es war irgendwie... irritierend. Allerdings schüttelte Vegeta es schnell ab und schnaubte: „Natürlich...“
„Bulma und Trunks werden sich freuen, das zu hören.“
„T-Trunks?“, stotterte er unerwartet.
„Ja, Trunks“, sagte der Lord, der schelmisch grinste. „Euer Sohn.“
Für den Bruchteil einer Sekunde war ein empörter Ausdruck auf seinem Gesicht, als er murmelte: „Trunks... Was für ein Name ist Trunks?“ Doch er hatte einen Sohn und irgendwie sorgte dieser Gedanke für ein merkwürdiges Ziehen in seiner Brust.
„Das ist der Name, den Bulma für Euren Sohn ausgewählt hat. Ich glaube, Ihr müsst damit leben. Aber, wenn es Euch beruhigt, der zweite Name des Jungen ist Vegeta.“ Der Lord grinste noch immer breit. Er zuckte bloß mit den Schultern und fuhr einfach fort: „Wie auch immer. Nun, Bulma weiß nichts von Eurem Versprechen, da, und da muss ich ganz ehrlich sein, ich daran gezweifelt hatte, dass Ihr jemals zurückkehren würdet, und ich wollte ihr keine falschen Hoffnungen machen. Aber ich glaube, ich habe schon eine Ahnung, wie ich meine liebe Tochter überraschen kann. Ihr müsstet nur noch ein paar weitere Tage geduldig sein, bis Ihr sie und Euren Sohn wiederseht. Darf ich fragen, wo Ihr zurzeit verweilt?“
„Zum Dai Kaiou“, antwortete der Saiyajin und blickte den Lord, der ein mysteriöses Funkeln in seinen Augen hatte, finster an. Der Lord plante etwas und Vegeta war sich nicht sicher, ob er es mochte.
Nickend trank der Lord einen weiteren Schluck von dem Cognac. „Es ist eine gute Wahl, hauptsächlich um Eure Identität geheim zu halten, zumindest bis wir sie preisgeben. Es würde für Euch, oder allen anderen, nicht gut sein, wenn jemand Euch vorher erkennt.“
„Vor was, genau?“, fragte Vegeta.
„Ich werde es Euch in wenigen Minuten erzählen, nachdem wir uns anderen, auch dringenden Angelegenheit, zugewendet haben. Aber“, sagte er plötzlich, als er bemerkte, dass der ehemalige Pirat sein Getränk noch nicht angerührt hatte, „Ihr solltet zuerst den Cognac probieren. Er ist sehr gut.“
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„Komm schon, Bulma“, trieb ChiChi sie an, wobei sie ziemlich genervt klang. „Der Ball wird in weniger als einer halben Stunde anfangen und du hast noch nicht einmal damit begonnen, dich fertig zu machen!“ Die schwarzhaarige Frau trug ein dunkelblaues Abendkleid, das eindeutig die große Schwellung ihres Bauches zeigte, und ihr Haar war zu einem festen Haarknoten zusammengebunden. Mit ihren Händen auf ihren Hüften klopfte sie ungeduldig mit ihrem Fuß, während sie vor einem Schirm stand, hinter den sie Bulma vor einer Minute geschoben hat, damit sie ihr eigenes Kleid für den Weihnachtsball anziehen konnte.
ChiChi konnte einen entnervten Seufzer hinter dem Schirm hören und schüttelte bloß still ihren Kopf. Sie hörte mehr Rascheln, ein oder zwei Flüche, die selbst einen Seemann erröten lassen würden, bis Bulma hinter dem Schirm hervortrat mit ihren Armen über ihrer Brust verschränkt und einem finsteren Blick auf ihrem Gesicht. Ihr Abendkleid war von dunkelroter Farbe, welche ihre blasse Haut positiv hervorbrachte, und ihr langes blaues Haar war hochgesteckt, wobei nur wenige Locken den Nadeln entkamen. „Ich hasse das“, murmelte sie verächtlich.
Ihre Freundin lächelte sie verständnisvoll an. „Ich weiß. Aber da deine Eltern die Gastgeber dieses Balls sind, hast du keine andere Wahl als daran teilzunehmen. Und wer weiß, vielleicht triffst du ja einen netten jungen Mann.“
„Genau darum mache ich mir ja Sorgen“, sagte Bulma mit einem Seufzer. Sie ließ ihre Arme fallen und fing an, an den langen Ärmeln ihres Kleides zu zupfen. „Das letzte Mal, als meine Mutter für mich ein Kleid für einen Ball ausgesucht hat, wollte sie mich verkuppeln.“
„Du kannst ihr nichts vorwerfen“, widersprach ChiChi sanft. „Wie lange ist es jetzt her? Anderthalb Jahre?“
„Ein Jahr, vier Monate und dreizehn Tage“, korrigierte die andere Frau geistesabwesend, während sie sich ihr Spiegelbild ansah. Bulma musste zugeben, dass sie in diesem Kleid umwerfend aussah. Ihre Schwangerschaft hatte nichts von ihrer schlanken Figur zerstört; wenn überhaupt, hatte ihr die Schwangerschaft ein paar weiche Kurven gegeben, die vorher gefehlt hatten.
ChiChi ging zu ihrer Freundin hinüber und legte eine tröstende Hand auf ihre Schulter. „Das ist eine unglaublich lange Zeit. Ich weiß, du liebst ihn noch, Bulma, aber vielleicht solltest du lernen, einen anderen Mann zu lieben. Trunks braucht einen Vater. Glaubst du wirklich, dass Vegeta zu dir zurückkehren wird?“
„Das tue ich“, sagte Bulma mit mehr Überzeugung als sie eigentlich fühlte. In den vergangenen Tagen hatte sie häufig darüber nachgedacht. ChiChi hatte Recht. Es war eine unglaublich lange Zeit. Was, wenn Vegeta wirklich nicht zurückkam? Was, wenn der Kuss am Kai ein endgültiges Lebe Wohl gewesen war? Sie musste an Trunks denken. Er war noch ein Baby, doch bald würde er älter sein und Bulma hatte gesehen, wie schwierig es für ChiChi gewesen war, ganz alleine einen Sohn zu erziehen. Vielleicht, vielleicht sollte sie sich die Worte ihrer Freundin zu Herzen nehmen und Vegeta loslassen.
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Ein leiser Seufzer entkam Bulmas Lippen, als sie gezwungen war, dem ununterbrochenen Selbstlob des Mannes, der ihr an der Festtafel gegenüber saß, zuzuhören. Hercule Satan, selbst ernannter Bezwinger des Jinzoningen Cell und Frieza, war vor wenigen Monaten zusammen mit seiner Tochter in die Westliche Hauptstadt gezogen und, da alle seinen Geschichten über die Siege über den Jinzoningen und dem teuflischen Biest Glauben schenkten, wurde er hoch angesehen. Bulma glaubte, dass ihr übel werden würde, wenn sie ihm noch länger zuhören musste.
Es ist alles deine Schuld, Goku, dachte sie und warf ihrem besten männlichen Freund, der ein paar Sitze weiter an dem langen Tisch saß und sich gut mit Krillin unterhielt, dessen Begleitung an diesem Abend niemand geringeres als Juuhachigou war, einen finsteren Blick zu.
Hoffentlich würde ihr Vater bald das Ende des Mahls verkünden, damit sich endlich alle in den Ballsaal zurückziehen konnten für den nächsten Teil des Weihnachtsballs. Vielleicht konnte sie dann endlich den Fängen von Satan persönlich entkommen. Bulma schnaubte bei diesem Gedanken beinahe, nahm jedoch schnell die Hand von dem Mund und täuschte Husten vor. Sie bemerkte ein paar besorgte Blicke von den Leuten um sie herum, doch die störten sie nicht. Das schlimmste war noch immer, dass ihr Gesprächspartner nichts bemerkt hatte und noch immer seinen bewundernswerten Kampf gegen Frieza sehr detailgetreu wiedergab. Es war wirklich überraschend, wie sehr man die Wahrheit verdrehen konnte und dass die Leute es noch immer glaubten.
Endlich kam das Mahl dem Ende entgegen und alle erhoben sich von ihren Stühlen. Bulma wollte gerade in der Menge untertauchen, als sie ein vorsichtiges Zupfen an ihrem Arm bemerkte. Sie musste ein Stöhnen unterdrücken, als sie bemerkte, dass sie den Fängen Satans doch nicht entkommen war. „Darf ich den ersten Tanz haben, Lady Bulma?“
Mit einem etwas gezwungenen freundlichen Lächeln auf ihrem Gesicht, nickte Bulma zustimmend, da sie ihrer Stimme nicht traute, die Ablehnung, die sie für diesen Mann empfand, zu verbergen. Als sie ihre Hand auf seine legte, warf sie einem unbeirrten Son Goku noch einen wütenden Blick zu.
Es war wirklich ein Albtraum. In Ordnung, dieser Mann konnte tanzen – bestimmt viel besser als er kämpfen konnte – aber konnte er nicht nur für eine Minute seinen Mund halten? Bulma schaute sich um, verzweifelt einen von ihren Freunden zu erblicken und um Hilfe zu bitten. Sie schienen jedoch alle verschwunden zu sein. Satan ließ sie noch nicht einmal alleine, als das Orchester eine Pause machte und sie konnte wegen ihrer Eltern noch nicht einmal etwas Beleidigendes zu ihm sagen. Es war äußerst frustrierend.
Der halbe Abend war schon um, als Bulma endlich Yamchu in der Nähe der Fenster stehen sah. Sie betete, dass er ihr Dilemma erkennen und sie retten würde, und löste nicht einmal ihren Blick von ihm und das winzigste Lächeln huschte über ihr Gesicht, als der Seemann schließlich aufschaute und sie direkt ansah. Sie warf ihm einen hilflosen Blick zu. Glücklicherweise schien Yamchu ihren Hilferuf zu verstehen und sobald das Orchester aufgehört hatte zu spielen, ging er zu ihnen herüber.
„Entschuldigt mich, Sir“, sagte er mit einem höflichen Lächeln. „Darf ich den nächsten Tanz mit dieser charmanten Lady haben?“ Als es so aussah, dass Satan widersprechen wollte, sagte Yamchu bloß: „Ich bestehe darauf.“, und nahm schon Bulmas Hand, um sie von ihm fortzuführen.
In dem Moment, in dem sie außer Hörweite waren, seufzte Bulma tief. „Ich danke dir, Yamchu! Ich weiß nicht, was ich ohne dich getan hätte.“
Ein leises Schmunzeln entkam Yamchus Lippen, als das Orchester wieder begann zu spielen und sie anfingen zu tanzen. „Du wärest wahrscheinlich am Ende des Abends zu Tode gelangweilt.“
„Nicht wahrscheinlich“, widersprach Bulma mit einem finsteren Blick. „Sehr sicher. Ich kann nicht glauben, dass er überhaupt versucht, mir—“
„Dir... was?“
„Mir—mir...“ Ein Schauer jagte über Bulma Rücken, als sie daran dachte. „Mir den Hof zu machen.“
„Nun, Bulma, um ganz ehrlich zu sein, kann ich ihm nichts vorwerfen.“ Bulma hob eine Augenbraue, als sie die Röte auf Yamchus Wangen sah. „Von all den Frauen in diesem Ballsaal heute Abend, bist du ohne Zweifel die schönste. Obwohl es allgemein bekannt ist, dass du die Mutter des Kindes von einem Piraten bist, würden viele Männer noch alles geben, um mit dir zusammen zu sein. Sogar ich...“
„Yamchu...“
„Nein, Bulma“, schnitt Yamchu ihr sanft mit einem Kopfschütteln das Wort ab. „Es ist schon fast anderthalb Jahre her, dass er gegangen ist. Akzeptier es, er wird nicht wiederkommen. Ich weiß, es ist schwer jemanden, den du liebst, loszulassen. Ich weiß, es ist fast unmöglich, aber du musst es tun. Du kannst nicht ewig auf ihn warten, vergeblich. Bulma, ich weiß, dass, bevor... bevor du ihn getroffen hast, du etwas für mich empfunden hast. Du weißt, dass ich dich noch immer mag, sehr sogar. Ich würde fast sagen, ich liebe dich noch. Wenn du mir also nur die kleinste Chance gäbest, würde ich...“
Ein sanftes Lächeln erhellte ihr Gesicht, als sie langsam ihre Hand hob um über seine Wange zu streichen. „Yamchu, ich—“
Doch was immer sie sagen wollte, würde der Seemann nie erfahren, da in genau diesem Moment das Orchester aufhörte zu spielen und Lord Briefs die wenigen Stufen zum Eingang des Ballsaales erklimmte und sich laut räusperte. Alle Köpfe wandten sich ihm zu und der ganze Ballsaal war still geworden. „Meine sehr verehrten Damen und Herren“, sagte er. „Es tut mir Leid, Euch unterbrechen zu müssen, aber ich glaube es ist an der Zeit, heute Abend einen besonderen Gast vorzustellen. Ich möchte Euch den Verlobten meiner Tochter vorstellen – Prinz Vegeta von den Saiyajins.“
Die großen Türen zum Ballsaal wurden geöffnet und ein Mann gekleidet in einer dunkelblauen Uniform und einem roten Umhang, der an den Schultern befestigt war, trat ein. Sofort brach unter den Gästen Gemurmel aus; nur eine handvoll war todstill.
Eine unglaublich blasse Bulma war eine von ihnen.
Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals und sie fühlte einen Knoten in ihrem Magen. Sie wusste, dass, wenn sie nicht bald wieder anfangen würde zu atmen, sie wahrscheinlich auf der Stelle ohnmächtig werden würde, doch irgendwie war dieses Wissen irgendwo tief in ihrem Unterbewusstsein begraben.
Sie konnte das nicht glauben! War das nur ein Traum? Ja, es musste ein Traum sein. Nur in ihren Träumen würde so etwas geschehen. Es war einfach zu schön um wahr zu sein. Vegeta war nicht wirklich zurück. Er war nur ein Produkt ihrer Einbildung. Genauso wie die Worte ihres Vaters, dass Vegeta ihr Verlobter war.
„Wusstest du davon?“, fragte eine gequält klingende Stimme neben sie, die sie aus ihren Gedanken riss.
Oder vielleicht doch nicht? Alles schien so real.
Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter, die sie sanft drückte. Bulma schaute auf und traf auf die mitfühlenden Augen von Goku. Sie zeigten ihr, dass auch er überrascht war, also hatte er nicht davon gewusst. „Ist das ein Traum?“, fragte sie noch immer ein wenig benommen.
„Nein, es ist keiner, Bulma.“ Goku grinste auf sie hinunter, als er dachte, dass dieser fassungslose Ausdruck auf ihrem Gesicht wirklich unbezahlbar war. Aber vielleicht war ein ähnlicher Ausdruck auf seinem Gesicht. Natürlich hatte er gewusst, dass Vegeta irgendwann zurückkommen würde, aber man konnte dem Prinzen – oder wäre das Lord Briefs? – zutrauen, so aufzutreten. „Du solltest zu ihm gehen.“
„Aber Goku“, widersprach Yamchu, bereit Bulma zu folgen, doch Gokus Hand auf seiner Schulter hielt ihn auf.
„Nein, Yamchu“, unterbrach Goku ihn mit einem verständnisvollen Lächeln. „Es ist Zeit, dass du sie los lässt. Versuche dich für sie zu freuen.”
Yamchu schaute Bulma mit Verlangen in seinen Augen nach, als er das Wiedersehen der beiden Geliebten beobachtete, doch schüttelte schließlich seinen Kopf. Vielleicht hatte Goku Recht. Vielleicht sollte er auf seine eigenen Worte hörten und sie endlich loslassen.
„Komm schon.“ Goku drückte seine Schulter, als er ihn von der Tanzfläche führte und die Musik wieder anfing zu spielen. „Lass uns etwas trinken.“ Bulma spürte sämtliche Blicke auf sich, als sie zögerlich den Ballsaal durchquerte und die Treppen erstieg bis sie direkt vor Vegeta stand. Sie wünschte sie wüsste, was sie sagen könnte, doch ihr Kopf war leer. Es erschien ihr noch immer so surreal.
Ein Jahr, vier Monate und dreizehn Tage.
Er hatte sich überhaupt nicht verändert, zumindest nicht im Aussehen. Noch immer die gleichen harten Gesichtszüge, das gleiche unzähmbare Haar und noch immer die gleichen intensiven Augen. Doch, an seiner Haltung hatte sich etwas verändert. Er schien ruhiger zu sein, fast als ob er etwas inneren Frieden gefunden hätte. Das brachte ein Lächeln auf ihre Lippen. Hatte er das gefunden, wonach er gesucht hatte?
Sie hob langsam ihre Hand und musste sich einen Schluchzer verbeißen, als sie mit seiner harten Brust in Berührung kam. Im Gegensatz zu all ihren Träumen verschwand er dieses Mal nicht. Ihre Blicke trafen sich, als sie endlich murmelte: „Du bist zurück.“
„Ich bin zurück“, bestätigte Vegeta. Als er sie das erste Mal, nachdem er sie so lange Zeit nicht gesehen hatte, erblickte, musste er schwer schlucken. Das Weib war noch immer hinreißend, wenn nicht sogar noch hinreißender als vorher und er hatte gespürt, wie sich etwas in ihm geregt hatte. Das brennende Verlangen sie zu halten, zu berühren, sie zu küssen. Er wusste endlich, warum er zurückgekehrt war. Das Weib hatte ihm etwas angetan. Und nun jagte ihre Berührung einen Schock durch seinen Körper, eine plötzlich Hitze, die drohte ihn zu überwältigen. Es brauchte all seine Selbstbeherrschung, seine Hände bei sich zu behalten.
Plötzlich fing das Orchester an einen langsamen Walzer zu spielen. Die Aufmerksamkeit wurde von ihnen abgewandt, als sich die anderen Gäste wieder ihrem Tanz zuwandten. Bulmas Herz fing noch schneller an zu schlagen, als Vegeta ihre Hand nahm und sie die Stufen hinunter auf die Tanzfläche führte. Sie fühlte sich, als würde sie schweben, als sie begannen, sich im Rhythmus der Musik zu bewegen.
Das war das, wovon sie ihr ganzes Leben lang geträumt hatte, seit sie ein kleines Mädchen gewesen war. Mit dem Prinzen ihrer Träume zu tanzen. Plötzlich riss sie ein Gedanke aus ihrer Träumerei. „Du kannst tanzen?“
Vegeta schnaubte, bevor er einfach antwortete: „Ich bin ein Prinz, Weib.“
„Als ob das alles erklärt.“ Sie grinste ihn an und egal wie finster der Blick auf seinem Gesicht war, sie konnte das leicht amüsierte Funkeln in seinen Augen erkennen. Sie mochten zwar fast anderthalb Jahre voneinander getrennt gewesen sein, doch anscheinend hatte sich nichts zwischen ihnen verändert.
Doch trotzdem überkam sie das Schweigen. Es gab einfach zu viele Dinge, die sie sagen wollte, so viele Dinge, die sie fragen wollte, doch es war einfach zu überwältigend. Vegeta war zurück. Vegeta war zurück und er tanzte mit ihr... Das musste der glücklichste Tag in ihrem Leben sein. Als sie ihre Eltern an ihnen vorbeitanzen sah, warf sie ihnen ein helles und dankbares Lächeln zu.
„Es war die Idee deines Vaters“, sagte Vegeta plötzlich. „Er dachte, es wäre am besten, dich zu überraschen.“
„Das ist typisch mein Vater“, sagte Bulma, noch immer mit einem hellen Lächeln. Dann plötzlich wollten all die Fragen, die direkt unter der Oberfläche brodelten, ausbrechen. „Wie lange bist du schon zurück? Wo bist du gewesen? Hast du den Schlüssel zum Legendären gefunden? Warum hat mein Vater dich als meinen Verlobten vorgestellt?”
Es gab so viele andere Sachen, die sie verzweifelt fragen wollte, doch Vegeta ließ sie mit einem Kopfschütteln verstummen. „Ein paar Tage. Überall. Ja.” Als er das sagte, bemerkte Bulma den triumphierenden Blick in seinen sonst beschützten Augen und das Zucken an seinen Lippen. „Und um deine letzte Frage zu beantworten – bevor ich die Westliche Hauptstadt verlassen durfte, nahm dein Vater mir das Versprechen ab, zurückzukehren und dich zur Frau zu nehmen.“
Bulma hielt plötzlich an und fragte: „Mein Vater hat... wie konnte er nur?“ Sie wollte ihre Hand aus seiner zerren, bereit zu ihrem Vater herüberzustampfen und eine Erklärung für sein Verhalten zu verlangen. Wie konnte er es wagen, Vegeta dieses Ultimatum zu stellen! Das war Erpressung! Heirate meine Tochter oder Ihr dürft nicht gehen! Das war einfach... Bulma konnte noch nicht einmal die richtigen Worte für die Gefühle finden, die in ihrem Körper tobten. Es war ein düsterer Blick auf ihrem Gesicht, als Vegeta sie nicht gehen lassen wollte. Stattdessen zog er sie näher an sich heran, was ihm viele empörte Blicke von vorbeitanzenden Paaren einbrachte, bis ihre Körper sich berührten und fing wieder an zu tanzen.
„Weib“, knurrte er tief in seiner Kehle. „Glaubst du wirklich, dass ich dem zugestimmt hätte, wenn ich es nicht gewollt hätte?“
„D-du willst es?“, stotterte sie, vollkommen erstaunt; all ihre Wut war sofort vergessen. Die einzige Antwort, die sie erhielt, war ein tiefer Kehllaut, doch es war all die Bestätigung, die sie brauchte. Er hatte Recht. Sein Stolz war einfach zu groß. Vegeta würde niemals etwas gegen seinen Willen tun.
Da es ihr nichts mehr ausmachte, was die Leute von ihr halten mochten, ergriff sie seinen Kopf und zog ihn in einen tiefen und ausgehungerten Kuss. Er musste nicht reden, zu sagen, was er für sie empfand, denn solange er seine Gefühle so in seine Küsse fließen ließ, würde sie sich immer eines sicher sein.
Egal wie grob Vegeta erscheinen wollte, so wusste sie doch, dass, selbst wenn er Liebe nicht kannte, er sich zumindest um sie sorgte.